Ein Fasten, wie Gott es wünscht

Ulrich Fistill ist Professor für Altes Testament an der PTH Brixen und geistlicher Rektor der Cusanus-Akademie. Er begleitet jeweils mittwochs durch die Fastenzeit – ausgehend von Jes 58. 

Augenscheinlich stehen uns jetzt in der Fastenzeit schwierige Zeiten bevor. Vor allem nicht recht lustige. 

Gedanken zur zweiten Fastenwoche

Das ist ein Fasten, wie Gott es wünscht: die Fesseln des Unrechts zu lösen 
An alles Mögliche denkt man beim Thema Fasten: an Verzicht, an Bußübungen, an Vorsätze … Hand aufs Herz: Wem ist jemals so etwas wie Recht und Unrecht in den Sinn gekommen? Jes 58,6 zählt es als ersten Punkt auf: die Fesseln des Unrechts lösen, die Stricke des Jochs entfernen, Unterdrückte freilassen, jedes Joch zerbrechen … So schaut ein gottgefälliges Fasten aus. Die biblischen Bücher wiederholen diesen Gedanken wie ein Mantra: Gott ist einer, der für Recht und Gerechtigkeit einsteht. Und dasselbe wird auch von uns erwartet.

Wenn das Fasten uns von Zwängen des Irdischen frei machen soll, dann gilt das umso mehr im Hinblick auf Unterdrückung und Unrecht! Deshalb fragen wir uns:
  • Wo kann ich mich für Gerechtigkeit einsetzen?
  • Wo kann ich Unrecht beheben?
  • Wo kann ich Ungerechtigkeit vermeiden?
  • Übe ich Druck aus und halte dadurch andere „gefangen“?
  • Lege ich anderen ein schweres Joch auf?
  • Fessele ich Menschen an mich?
  • Lege ich mir selbst ein unnötiges Joch auf?
Vertrauen wir uns im Gebet Christus an, der zu uns spricht: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,28-30)

Ulrich Fistill
Mittwoch, 24. Februar 2021
Gedanken zum Aschermittwoch

Fragen wir uns am Beginn der Fastenzeit, wie ein gottgefälliges Fasten ausschauen könnte... Auf jeden Fall sollen wir uns nicht mit Äußerlichkeiten begnügen. Lassen wir uns neben dem Vorsatz, keine Schokolade oder andere Süßigkeiten zu essen, Woche für Woche von der Heiligen Schrift inspirieren. So werden wir erkennen: In uns steckt noch sehr viel Potential, viel mehr als uns vielleicht bewusst ist.

Ein Fasten, wie Gott es wünscht Fasten – entsagen – verzichten. Augenscheinlich stehen uns jetzt in der Fastenzeit schwierige Zeiten bevor. Vor allem nicht recht lustige. Denn es ist eine Zeit der Buße, eine Zeit der Umkehr. Vielleicht legen wir kein Sackgewand an, aber Asche auf das Haupt streuen, das gehört schon zu einem ordentlichen Beginn der Fastenzeit.Riten helfen uns, die nötige Einstellung einzunehmen. Bräuche stützen unser tägliches Handeln. Deswegen sind wir dankbar für die Asche am Aschermittwoch und für den Fastenvorsatz, der uns vierzig Tage lang begleitet.Ist aber damit der Sinn der vierzigtägigen Vorbereitungszeit auf das Osterfest ausgeschöpft?Wieder einmal stellt die Heilige Schrift unser Tun in Frage, besonders wenn wir Texte wie Jes 58 lesen. Denn da heißt es ausdrücklich, dass Gott nichts damit anfangen kann, wenn Menschen sich vor ihm demütigen; es ist nutzlos, einen traurigen Blick aufzusetzen, den Kopf wie eine Binse hängen zu lassen und sich mit Sack und Asche zu bedecken (v.5).Fragen wir uns am Beginn der Fastenzeit, wie ein gottgefälliges Fasten ausschauen könnte …Auf jeden Fall sollen wir uns nicht mit Äußerlichkeiten begnügen. Lassen wir uns neben dem Vorsatz, keine Schokolade oder andere Süßigkeiten zu essen, Woche für Woche von der Heiligen Schrift inspirieren. So werden wir erkennen: In uns steckt noch sehr viel Potential, viel mehr als uns vielleicht bewusst ist.

Ulrich Fistill
Mittwoch, 17. Februar 2021

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