Tagung: Genug ist genug. Womit hören wir auf? Worauf hören wir?

Tagung des Katholischen Forums in Zusammenarbeit mit der Cusanus-Akademie und dem Katholischen Sonntagsblatt

Am Samstag, 12. November sprechen Referent/innen und Podiumsdiskussions-Teilnehmer/innen darüber, warum es so schwer fällt, mit etwas, das so nicht weitergehen kann, aufzuhören. Gibt es eine Kunst des Aufhörens, die es erst zu lernen gilt? 
Den Satz: „So kann es doch nicht weitergehen“, kann man sich als vieltausendfachen Kommentar zu den täglichen Fernsehnachrichten vorstellen, als anschwellenden Stoßseufzer, der allabendlich zur vorgeschriebenen Stunde aus den Ritzen der traulichen Wohnstuben kriecht. Man sollte meinen, dass diese einhellige Lagebeurteilung uns ermutigt, aufzuhören mit dem als falsch Erkannten. Stattdessen richten wir alle Anstrengungen darauf, das Falsche immer mehr zu verfeinern in der trügerischen Annahme, es werde sich im Zuge solcher Raffinierung schon zum Richtigen mausern: Wir irren uns empor.

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Es sei offensichtlich, dass in vielen Bereichen unserer Gesellschaft ein „Weiter so“ keine zukunftsfähige Option darstellt, sagt Referentin Marianne Gronemeyer. Klimachaos, Natur- und Landschaftsverbrauch, soziale Schieflagen und gesellschaftliche Spaltungstendenzen, zunehmende Orientierungslosigkeit und bröckelndes Vertrauen in die kirchlichen ebenso wie in die demokratischen Institutionen sind bekannte  Stichworte dazu. Wir wissen zwar viel über die Ursachen und Hintergründe dieser problematischen und längerfristig in die Katastrophe führenden Erscheinungen, doch ein Umdenken ist unglaublich schwer. Auch die in der Zeit der Corona-Pandemie gemachten leidvollen Erfahrungen und die in diesem Zusammenhang oft angesprochene Notwendigkeit, dass sich etwas in unserer Lebensweise ändern müsse, scheinen schon wieder aus dem Blick geraten zu sein. 

Warum fällt es so schwer, mit etwas, das so nicht weitergehen kann, aufzuhören? Gibt es eine Kunst des Aufhörens, die es erst zu lernen gilt? 
„Die Kunst des Aufhörens wirft zwei eng miteinander verbundene Fragen auf. Die erste betrifft das Womit: Womit will ich, muss ich aufhören? Die zweite fragt danach, worauf zu hören ist. Womit muss ich aufhören, damit ich fähig werde, auf etwas, das im Rauschen der Betriebsamkeit unhörbar ist, zu hören? Und umgekehrt: Worauf müsste ich hören, damit ich mit etwas, das so nicht weitergeht, aufhören kann?“ 

Bei dieser gemeinsam vom Katholischen Forum, der Cusanus-Akademie und dem Katholischen Sonntagsblatt organisierten Tagung gehen wir diesen Fragen nach. Im Eröffnungsreferat wird Marianne Gronemeyer das Thema der Kunst des Aufhörens in seiner Vielschichtigkeit aufschließen und so die notwendigen Impulse für die Vertiefung der Tagungsthematik bieten.
Isabella Bruckner und Josef Stricker knüpfen in ihren Vorträgen daran an: Ausgehend von der Forderung „Auf die Zeichen der Zeit hören, die Zeichen der Zeit erkennen“ beleuchten sie die doppelsinnige Frage nach dem „Aufhören“ in Bezug auf die Kirche bzw. auf die Gesellschaft.
Die Podiumsdiskussion am Nachmittag ist dem Thema gewidmet: Genug ist genug. Maß und Genügsamkeit als Kennzeichen eines zukunftsfähigen Lebensstils. Wie geht das?

Programm

 9 Uhr: Eröffnung und Begrüßung 
 9.15 Uhr: Genug ist genug. Von der Kunst des Aufhörens.
                 Marianne Gronemeyer
10 Uhr: Auf die Zeichen der Zeit hören. Die Zeichen der Zeit erkennen. 
                  … In der Kirche. Womit hören wir auf? Worauf hören wir?
                 Isabella Bruckner
10.45 -11.15 Uhr: Pause
11.15 Uhr: Auf die Zeichen der Zeit hören. Die Zeichen der Zeit erkennen.
                  … In der Gesellschaft. Womit hören wir auf? Worauf hören wir?
                 Josef Stricker

Nachmittag
14 Uhr: Gesprächsrunden mit den Teilnehmern 
15 Uhr: Podiumsdiskussion zum Thema: Genug ist genug. Maß und Genügsamkeit als Kennzeichen eines zukunftsfähigen Lebensstils. Wie geht das? 

Referent/innen:
Marianne Gronemeyer, Sozial- und Erziehungswissenschafterin, war Professorin für Erziehungswissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden, Vordenkerin der wachstumskritischen Debatte. Autorin zahlreicher Bücher, u.a.  „Die Macht der Bedürfnisse“, „Das Leben als letzte Gelegenheit“, „Genug ist Genug“, und zuletzt „Die Grenze. Was uns verbindet, indem es uns trennt“

Isabella Bruckner, Theologin, Assistenzprofessorin am Institut für Fundamentaltheologie und Dogmatik der KU Linz, ab Herbst 2022 mehrjährige Stiftungsprofessur an der internationalen Benediktinerhochschule Sant‘ Anselmo in Rom

Josef Stricker, Priesterweihe 1964, ab 1968 Arbeiterpriester, 26 Jahre lang von 1975 bis zur Pensionierung 2001 Gewerkschafter beim SGB/CISL, nachher geistlicher Assistent bis 2019 beim KVW. Träger des Ehrenzeichens des Landes Tirol und des Bischof-Josef-Gargitter-Preises

Diskussionsteilnehmer/innen am Podium:
Brigitte Knell (Katholische Aktion Österreichs), Katja Engl (SKJ), Florian Kronbichler (Journalist), Heiner Oberrauch (Unternehmerverband), Magdalena Amhof (Abgeordnete zum Südtiroler Landtag).  
Moderation: Jutta Wieser

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