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Bildung online: Vom Umgang mit Mehrdeutigkeiten in schwierigen Zeiten

Bildung online: Vom Umgang mit Mehrdeutigkeiten in schwierigen Zeiten

Die Zahl der Neuansteckungen ist rückläufig – noch immer sterben viele Menschen an Covid-19. Wir sind noch nicht überm Berg – man muss langsam an die Zeit danach denken. Die Gesundheit der Menschen hat absolute Priorität – vielen Betrieben geht die Luft aus. Die Menschen leben auf Distanz – es wächst die Solidarität unter ihnen. Man nimmt sich wieder Zeit füreinander – die Organisation des Familienalltags bedeutet Stress… Eine Zeit der Widersprüche, diese Wochen. Oder, wer weiß es schon, ein geschichtlicher Moment, der sichtbar macht, was immer gilt, bisweilen aber vergessen wird: dass die Welt voller Gegensätze ist und der Mensch im Zwiespalt lebt.

Wie dem auch sei! Gegensätzliche Erfahrungen und zwiespältiges Verhalten, sie treiben uns den Wünschen nach Eindeutigkeit in die Arme. Da gibt es die Erwartung, die Statistiker/innen möchten doch endlich sagen, was die Kurven über die Situation wirklich aussagen; die Politiker/innen, wann die Ausgangssperre ende; die Forscher/innen, wie weit die Entwicklung eines Impfstoffes sei; die Mediziner/innen, wie man sich hundertprozentig schützen könne, die Psycholog/innen, was der Angstbewältigung diene, … Verständlich ist diese Sehnsucht nach dem, der weiß, kann, tut, keine Frage! Wird sie aber groß, wird der Ruf nach dem mächtigen Mann und der starken Frau, der bzw. die die Dinge dauerhaft regelt, zu laut, ist Gefahr im Verzug.

Weil dem so ist, rehabilitiert die christliche Religion die Mehrdeutigkeit. Sie lädt ein zu einer Handhabung der Wirklichkeit um und in uns, die weder trügerisch verdrängt, noch einseitig verzerrt, weder überzogen bekämpft, noch sich vorzeitig ergibt. Sie schlägt vor, die Wirklichkeit so zu nehmen, wie sie ist.

Anhalten kann sich dieser Umgang mit der Wirklichkeit am Glauben, dass für die Dinge dieser Welt und den Menschen in ihr schlussendlich ein gelungener Ausgang vorgesehen ist. Das ist das Angebot des Christentums: ein festes Hoffen auf ein mögliches, gutes Ende für alle und alles, zu dem wir, jeder und jede von uns, das Seine und Ihre beitragen kann. Und auch dass dieses Ende eigentlich ein Anfang ist, ein ziemlich starker.

Übrigens: Dieser Glaube liefert auch das Drehbuch für die kommende Woche, sprich die Kar- und Ostertage, die an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi erinnern. Wie gut, dass sie nun anstehen!

Prof. Dr. Notdurfter Alexander, Dekan der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen


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