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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

In zehn Tagen wäre es soweit gewesen: Am 25. April hätte die Eröffnungsfeier der Cusanus-Akademie und in den Wochen darauf hätten Veranstaltungen mit besonderen Menschen stattfinden sollen. Das Corona-Virus hat uns eingebremst. Der Umzug in das von Grund auf erneuerte Bildungshaus im Herzen von Brixen wurde verschoben und die Eröffnungsfeier auf den Herbst verlegt. Die Direktorin der Cusanus-Akademie Patrizia Major Schwienbacher erzählt von gelungenen Operationen am Bau, von nicht versandten Einladungen bei der Post und der Hoffnung auf eine baldige Eröffnung.

Wann war der Einzug in die von Grund auf erneuerte Cusanus-Akademie geplant?
Patrizia Major Schwienbacher: Der Einzug in die Cusanus-Akademie wäre für den 16. März 2020 geplant gewesen. Ab 1. April hätten wir die Tore für unsere Gäste geöffnet und am 25. April mit hunderten Gästen feiern wollen. Leider kam es durch den Baustopp nicht mehr zur Fertigstellung des Baus. Damit wurde auch der Einzug auf unbestimmte Zeit verschoben. Natürlich war das für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alles andere als einfach, dennoch war sofort klar, dass die Gesundheit aller vorgeht.

Welche Feierlichkeiten waren vorgesehen?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir wollten am 24. April abends mit einer Auftaktveranstaltung, dem Pre-Opening, beginnen. Vorgesehen war ein Theater mit dem Schauspieler Peter Schorn, die Musikerin Manuela Kerer hätte eine eigene Komposition aufgeführt und Prof. Markus Moling in die Denkweise von Kard. Nikolaus Cusanus eingeführt. Am Samstag, 25. April war bereits alles für die große Eröffnungsfeier geplant. Wir wollten es aber nicht bei diesen beiden Feierlichkeiten belassen und haben uns entschieden, einen ganzen Monat lang verschiedene Highlights zu organisieren. Wir hatten mehr als 20 Veranstaltungen zu gesellschaftlichen, unternehmerischen, ethischen und gesundheitlichen Themen, mit Kultur und Literatur vorgesehen. Konzerte und zwei Ausstellungen waren ebenso geplant. Ein besonderer Moment wäre auch der Festgottesdienst am 10. Mai mit Bischof Ivo Muser und der Segnung der Kapelle „Edith Stein“ gewesen. Am Europa-Tag, dem 9. Mai, wäre eine besondere Überraschung zu Europa geplant gewesen, da die Cusanus-Akademie Europa gewidmet wird.

Die Einladungen wurden also umsonst gedruckt?
Patrizia Major Schwienbacher: Ja. 1.500 frisch gedruckte Einladungskarten liegen für den Versand bereit – alle umsonst. Ähnlich ging es uns mit dem neu erschienenen Cusanus.Magazin. Zum ersten Mal hat die Cusanus-Akademie ein Magazin herausgegeben, welches nicht nur Geschichtliches über die Akademie enthält, sondern auch auf alle geplanten Feierlichkeiten aufmerksam macht und das Weiterbildungsprogramm von März bis September enthält. Auch dieses Magazin liegt seit März bei der Post. Allerdings wird es die Haushalte nicht nur mit enormer Verspätung, sondern vor allem auch mit den bereits abgesagten Terminen erreichen. Wir bedauern das sehr.

Nach 18 Monaten Bauzeit steht in der Cusanus-Akademie viel Neues bereit. Über wie viele Säle, Zimmer und Besonderheiten verfügt sie künftig?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir verfügen nun über zehn Säle, die unterschiedlich benutzt werden können. Es stehen 55 Zimmer mit 96 Schlafplätzen bereit. Alle Säle sind mit modernster Technik ausgestattet und klimatisiert. Die Rezeption wurde erweitert, ebenso der Speisesaal. Unterirdisch ist neue Kubatur entstanden: mit neuen Sanitäranlagen, Archiv- und Umkleideräumen für das Personal. Alle Zimmer und Bäder wurden erneuert. Das Haupthaus und ein Nebenhaus wurden unterirdisch verbunden und Aufzüge eingebaut. Die Cusanus-Akademie ist jetzt barrierefrei. Das war von Beginn an ein wesentliches Anliegen des Bauvorhabens.

Was hat Ihnen beim Umbau am meisten Sorgen gemacht?
Patrizia Major Schwienbacher: Es gab viele Punkte, die mir Sorgen bereitet haben. Doch ich glaube, das gehört zu solch umfangreichen Bauvorhaben dazu. Die Spannung war allen Beteiligten anzusehen. Es gab viele unvorhergesehene bauliche Schwierigkeiten, die zu bewältigen waren. Als zum Beispiel das Untergeschoss ausgehoben und das Paul-Norz-Haus ausgehöhlt wurden, stockte uns schon manches Mal der Atem. Planer Architekt Matteo Scagnol pflegte zu sagen: „Wir operierten am offenen Herzen! Und der Patient hat überlebt!“ Jeder Tag war von der Hoffnung begleitet, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlbehalten vom Bau nach Hause zurückkehren. Unser wacher Blick lag auf der Finanzierung des Bauvorhabens. Diese konnte nur mithilfe der Landesverwaltung und der Diözese gesichert werden. Die Funktionalität des Bildungshauses war und ist mir wichtig. Die Anliegen der Denkmalpflege, der Architekt/innen und Planer/innen und vor allem der Benutzer/innen mussten konstant diskutiert und miteinander verwoben werden. Das führte zwangsläufig zu verschiedenen Meinungsverschiedenheiten, aber letztendlich zu guten Lösungen. Nur so kann ein Bau zur Zufriedenheit aller entstehen.

Worüber freuen Sie sich heute am meisten, obwohl Sie durch Corona ausgebremst wurden?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir können es nicht erwarten, dass endlich Leben in die Cusanus-Akademie einkehrt! Ich freue mich, mit dem gesamten Team die Arbeit aufzunehmen, jede Ecke neu kennenzulernen und die ersten Gäste begrüßen zu können.

Wann planen Sie den Umzug aus dem Haus St. Georg in Sarns in das Zentrum von Brixen?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir hoffen, dass wir innerhalb Mai umziehen können. Aber momentan ist es wichtig, dass die Gesundheit der Menschen gesichert ist, dass irgendwann Normalität in unser Arbeiten und in Begegnungen eintritt. Alles Übrige wird sich dann zeigen und frühzeitig organisiert werden. Das Haus St. Georg in Sarns wird in den nächsten Monaten die Tore schließen. Unsere Konzentration liegt in Zukunft auf der Akademie im Zentrum von Brixen.

Wann werden Sie die Bildungstätigkeit in der Cusanus-Akademie wieder aufnehmen?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir warten ab, wie sich die Situation um die Corona-Krise entwickelt. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass wohl erst im Herbst erste Veranstaltungen stattfinden werden.

Was wird sich in der Bildung coronabedingt ändern?
Patrizia Major Schwienbacher: Es ist bereits ersichtlich, dass sich viele Weiterbildungsinstitute auf die Organisation von Webinaren konzentrieren und Bildung über Internetkanäle anbieten. Auch die Cusanus-Akademie hat diesbezüglich einige Versuche gestartet. Dennoch heiße ich eine solche Entwicklung nur bedingt gut. Online-Kurse können meiner Meinung nach immer nur ergänzend zum Weiterbildungsangebot im Bildungshaus stehen. Das Zusammenkommen der Menschen, der persönliche Austausch untereinander, das zwischenmenschliche Lernen und die vielen Möglichkeiten gruppendynamischer Prozesse müssen vorrangig sein. Deshalb wird es weiterhin unser Bestreben sein, Menschen in unserem Haus Begegnung zu ermöglichen und in kleinen Schritten wieder Bildung und Vertrauen aufzubauen.

Welche Schwerpunkte werden Sie in der künftigen Bildungsarbeit setzen?
Patrizia Major Schwienbacher: Wir werden an unseren bewährten Schwerpunkten festhalten, diese ausbauen und weiter professionalisieren. Durch den Umbau und die Modernisierung des Hauses werden sich eine Reihe von Erleichterungen und Möglichkeiten auftun. Sobald wieder Routine in unser Arbeiten einkehrt und sich das Team zum gemeinsamen Austausch treffen kann, geht es zunächst darum, die Planung unserer Bildungsveranstaltungen auch im Rahmen der (verschobenen) Eröffnung zu organisieren. Es ist uns ein großes Anliegen, die Freude über den gelungenen Umbau zum Ausdruck zu bringen und sie mit möglichst vielen Gästen zu teilen.

Patrizia Major Schwienbacher ist seit 2016 Direktorin des diözesanen Bildungshauses Cusanus-Akademie.


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