Kognitive Verhaltenstherapie

Human Research Institute

in der Cusanus-Akademie

Das Human Research Institute wurde im Jahr 2004 auf Anregung engagierter Psychologinnen und Psychologen gegründet. Ziel war es, in Südtirol eine qualitativ hochwertige Psychotherapieausbildung anzubieten – für lokale Fachkräfte und im Dienst einer bestmöglichen psychotherapeutischen Versorgung der Bevölkerung.

Interview mit Roland Keim

Praxisnah, fundiert und wirksam

Worauf ist die Ausbildung ausgerichtet?
Roland Keim: Im Zentrum steht die konkrete Arbeit mit aktuellen Problemen und Fragestellungen. Gemeinsam werden Ursachen und aufrechterhaltende Faktoren analysiert und gezielt verändert. Die Ausbildung verbindet wissenschaftliche Modelle mit praktischen Interventionen – von Lerntheorien bis hin zu modernen kognitiven und emotionsbezogenen Ansätzen sowie konkreten Bewältigungsstrategien. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, Therapieprozesse strukturiert, transparent und wirksam zu gestalten.

Welche Techniken werden vermittelt?
Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Denkmustern, die psychische Belastungen verstärken. Typische Denkfehler wie Schwarz-Weiß-Denken oder übermäßige Verallgemeinerungen werden erkannt und gezielt bearbeitet. Diese Methoden sind wissenschaftlich fundiert und haben sich insbesondere in der Behandlung von Depressionen und Angststörungen vielfach bewährt.

Was unterscheidet die kognitiver Verhaltenstherapie heute?
Die moderne Verhaltenstherapie integriert klassische, kognitive und neuere „dritte Welle“-Ansätze. Dadurch entsteht ein vielseitiges, flexibles Therapieverfahren, das individuell auf unterschiedliche Problemstellungen angepasst werden kann und den Menschen ein sehr effizientes Werkzeug zur Beherrschung ihrer Schwierigkeiten mitgibt.

Wo wird die kognitive Verhaltenstheorie eingesetzt?
In nahezu allen Bereichen der klinischen Psychologie. Dazu gehören unter anderem Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Zwangserkrankungen, Schlafstörungen und Persönlichkeitsstörungen. Entsprechend hoch ist auch der Bedarf an gut ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten.

Für wen ist die Ausbildung geeignet?
Roland Keim: Der Lehrgang richtet sich an Psychologinnen und Psychologen sowie Ärztinnen und Ärzte, die eine staatlich anerkannte psychotherapeutische Ausbildung absolvieren möchten. Besonders wichtig ist uns die Qualität: Unsere Lehrtherapeutinnen und Lehrtherapeuten sind international vernetzt und bringen vielfältige Erfahrung aus Italien, Österreich und Deutschland mit. Die Ausbildung erfolgt grenzüberschreitend mit anderen Ausbildungsinstituten und wird durch gezielte Weiterbildungsangebote ergänzt.

Welche Voraussetzungen gelten?
Voraussetzung ist die Eintragung in das Verzeichnis der Psychologen- oder Ärztekammer. Wer das Studium bereits abgeschlossen hat, aber noch nicht in das jeweilige Verzeichnis eingetragen ist, kann die Ausbildung beginnen, muss die Eintragung jedoch sofort nach der nächstmöglichen Staatsprüfung nachholen. Nach Abschluss der vierjährigen, berufsbegleitenden Ausbildung können sich Absolventinnen und Absolventen in das Psychotherapeutenverzeichnis der Psychologen- bzw. Ärztekammer eintragen lassen – und sind damit zur eigenständigen Berufsausübung im öffentlichen Gesundheitswesen oder in der Privatpraxis berechtigt.

Infos

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KVT Geschichte

Von Beginn an setzte das Institut auf eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit erfahrenen Ausbildungsstätten. Diese überregionale und internationale Vernetzung ermöglicht es, aktuelle Entwicklungen, Perspektiven und Erfahrungen aus verschiedenen Ländern in die Ausbildung zu integrieren. In der Folge konnten zahlreiche renommierte Lehrende aus dem In- und Ausland gewonnen werden, die bis heute zur hohen Qualität des Lehrangebots beitragen.

Im Laufe von mehr als 20 Jahren wurde das Ausbildungsprogramm kontinuierlich weiterentwickelt und flexibel an neue fachliche und gesellschaftliche Anforderungen angepasst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt heute auf integrativen Ansätzen der sogenannten „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie. Gleichzeitig wurde das Angebot an ergänzenden Lehrveranstaltungen stetig erweitert, um den Teilnehmenden eine vertiefte und praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen. Auch künftig bleibt die laufende Weiterentwicklung von Inhalten und Methoden ein zentraler Bestandteil des Selbstverständnisses des Instituts.

Die langjährige Erfahrung hat zudem gezeigt, wie entscheidend ein unterstützendes und partizipatives Lernumfeld ist. Daher wird großer Wert auf die aktive Einbindung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf einen kontinuierlichen Austausch mit dem wissenschaftlichen Komitee gelegt.

Mit diesem Anspruch leistet das Human Research Institute seit über zwei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur psychotherapeutischen Versorgung in Südtirol. Um dieser Mission und Verantwortung auch in Zukunft gerecht zu werden, wird das Angebot gezielt erweitert: Geplant sind vermehrt themenspezifische Fortbildungen, die aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen der psychischen Gesundheit vertiefen.

 

Wissenschaftliches Komitee

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Paolo Moderato

Präsident Wissenschaftliches Komitee

Emeritierter Professor für Psychologie an der IULM Universität Mailand, leitet Schulen für kognitive Verhaltenstherapie (Humanitas, ASCoC, Human Research) und den ersten Masterstudiengang für Angewandte Verhaltensanalyse (ABA) für Autismus. Er ist Gründer von IESCUM, ehemaliger Präsident von CBT-Italia und EABCT, Fellow der ACBS sowie Autor und Herausgeber von Franco Angeli.

Roland Keim, Wissenschaftliches Komitee, HRI, Cusanus KVT

Roland Keim

Wissenschaftliches Komitee

Psychologe und Psychotherapeut, Auslandsberufserfahrungen im Bereich der Neuropsychologie in den USA. Erfahrungen in der Lehre bei Universtitätslehrgängen in Österreich und Italien. Langjährige Tätigkeit in Verantwortungspositionen beim Südtiroler Sanitätsbetrieb. Mitglied des wissenschaftlichen Komittees des Human Research Insitutes seit dessen Gründung.

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Giuseppe Sacco

Wissenschaftliches Komitee

Psychologe und KVT-Psychotherapeut. Er war Dozent an der Universität Siena sowie Lehrbeauftragter an zahlreichen vom italienischen Gesundheitsministerium anerkannten Psychotherapieschulen und im Masterstudiengang „Achtsamkeit und Neurowissenschaften“ an der Universität La Sapienza in Rom. Er gilt als Experte für Psychophysiologie und Biofeedback und verfügt über umfangreiche Erfahrung im klinischen, akademischen und organisatorischen Bereich. Präsident der wissenschaftlichen Vereinigung Libra (www.psicolibra.it). Autor von 11 Büchern und über 60 wissenschaftlichen Publikationen.

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Elmar Fleisch

Wissenschaftliches Komitee

Klinischer Psychologe, Psychotherapeut in freier Praxis; über 35 Jahre Tätigkeit in der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen im Bildungszentrum Schloss Hofen in Vorarlberg, Mitglied des Psychologen- und Psychotherapiebeirates im BM für Gesundheit, Lehrtätigkeit an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten.